Menschen voller Freude

Zurück nach Hause – und dann wird gefeiert!

Jürgen Ferrary
31. Oktober 2025

Die Geschichte vom „verlorenen Sohn“ ist weltberühmt. Ein junger Mann lässt sich sein Erbe auszahlen, verlässt das Elternhaus und verprasst alles. Als er ganz unten ist – hungrig, einsam, völlig am Ende – erinnert er sich an seinen Vater. „Selbst den Arbeitern meines Vaters geht es besser als mir“, denkt er. Also macht er sich auf den Weg zurück nach Hause.

Er rechnet nicht mit einer Umarmung, sondern mit Vorwürfen. Doch es kommt anders:
„Als der Sohn noch weit entfernt war, sah ihn sein Vater schon kommen, und das Herz wurde ihm schwer vor Mitleid. Der Vater sagte zu seinen Dienern: ‚Schnell! Holt das beste Gewand! Steckt ihm einen Ring an den Finger! Bringt das gemästete Kalb! Wir wollen feiern!‘“
 (Lukas 15,20–22)

Der erste Gedanke, der bewegt, ist: Egal, wie weit du dich von Gott entfernt hast – der Weg zurück ist immer offen. Und das stimmt. Aber da ist noch ein zweiter Gedanke, der mich tief berührt:
Gott feiert, wenn du zurückkommst.

Als ich Anfang 20 Christ wurde, trug ich mein schlechtes Gewissen wie ein nasses Handtuch mit mir herum. Ich wusste, was ich alles verbockt hatte – und dachte: „Erst mal abtauchen.“ Aber Gott hat mich nicht mit Vorwürfen empfangen, sondern mit offenen Armen. Er hat gesagt: „Komm, mein Kind. Lass uns feiern!“

Wenn du zu Gott zurückkehrst, erwartet dich keine Verurteilung, sondern eine Party. Natürlich kommt der Alltag irgendwann wieder – Arbeit, Pflichten, Sorgen. Aber Gottes Freude über dich bleibt. Und ehrlich: Wir vergessen das manchmal. Ich kenne zu viele Christen, die durchs Leben gehen, als müssten sie Buße tun, statt Freude zu leben.

Ja, es gibt dunkle Tage, Phasen der Erschöpfung, Zeiten, in denen uns zum Feiern nicht zumute ist. Aber selbst dann bleibt diese tiefe Wahrheit: Gott freut sich über dich. Er liebt dich, vergibt dir, versöhnt dich mit sich selbst – und lädt dich ein, mit ihm das Leben zu feiern.

Psalm 68,4 bringt das wunderbar auf den Punkt: „Doch alle, die nach Gottes Willen leben, werden sich freuen und jubeln in Gottes Gegenwart. Ja, sie sollen jauchzen vor lauter Freude!“ Alle – also auch du und ich.

Für mich drückt sich diese Freude besonders in der Musik aus. Wenn ich für Gott singe, passiert etwas in mir: Seine Freude wird zu meiner. Ich singe manchmal schief, aber von Herzen. Und jedes Mal, wenn ich Gott lobe, spüre ich, wie er mich erfüllt, mich tröstet, mich verändert.

Selbst wenn mir nicht nach Feiern ist, erinnere ich mich: Gott ist bei mir. Seine Freude trägt mich – auch, wenn meine aufgebraucht ist. Und manchmal, genau dann, wenn ich anfange, trotz allem zu singen, kehrt sie zurück – diese Freude, die tiefer ist als jedes Gefühl.

Herausforderung für heute: Wann hast du das letzte Mal einfach für Gott gesungen – nicht, weil du musstest, sondern weil du wolltest? Vielleicht ist heute der perfekte Moment, den „Soundtrack deiner Freude“ neu zu starten. 

Sei gesegnet!

„Freude ist kein Ziel, sondern die Art und Weise, wie Gott dir sagt, dass du auf dem richtigen Weg bist“ (C. S. Lewis).

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